Bus nach Dunedin
Sonntag, 22. Februar 2009Mein nächstes Ziel ist Dunedin im Südosten von Neuseeland. Mein Busunternehmnen des Vertrauens ist Atomic Bus Shuttle. Wie gehabt checke ich beim Fahrer ein, verstaue meinen Rucksack im Gepäckraum des Busses und mach es mir im Bus mit einem Buch gemütlich. Nach einer Weile Fahrt tausche ich Buch gegen MP3-Player und mach ein Nickerchen.
Irgendwann halten wir das erste mal in Cromwell und es steigen ein paar Leute zu. Ich nutze die Gelegenheit um aufs Klo zu rennen. Wieder im Bus geht die Fahrt weiter. Ich verfolge die Orte durch die wir fahren auf der Karte und denke mir, der Bus macht aber einen ziemlichen Bogen um nach Dunedin zu kommen. Mein komisches Gefühl wird bestätigt, als nach einiger Zeit der Busfahrer fragt, ob ein Peter Ulrich an Bord ist und mir mitteilt, dass dieser Bus nach Christchurch fährt und mein Rucksack in Cromwell in einen anderen Bus, der nach Dunedin, verladen wurde. Wär ja schön gewesen vor Abfahrt zu wissen, dass ich den Bus wechseln muss. Der Busfahrer lamentiert, dass er ja bei Ankunft in Cromwell dreimal darauf hingewiesen hätte. Wenn man aber mit Musik im Ohr ein Nickerchen macht, bekommt man davon leider nicht soviel mit.
Halb so wild denke ich mir, es ist Samstag und eine gute Gelgenheit, eine Nacht in Christchurch durchzumachen.
Der Fahrer bucht mich für den nächsten Morgen auf einen Bus von Christchurch nach Dunedin, wo ich dann meinen Rucksack wieder sehe und eröffnet mir, dass ich die Fahrt aber bezahlen muss. Weil ich denke, dass das Missgeschick nicht mein Fehler ist, finde ich das nicht besonders entgegenkommend. Aber mit dem Busfahrer rumdiskutiern bringt eh nichts, also rufe ich von Christchurch beim Busunternehmen an, schildere den Vorgang und sag, dass ich nicht einshe die Fahrt nach Dunedin zu bezahlen. Die Dame telefoniert dann parallel mit dem Busfahrer, der ihr irgendeine Lügengeschichte auftischt, dass er mehrere Male vor der Fahrt und während der Fahrt aufs Umsteigen hingewiesen hätte. Ich sage ihr dann, dass das nicht stimmt. Das ganze geht dann mehrere Male hin und her. Am Ende bekomme ich dann die Fahrt kostenlos, aber nicht weil sie mir glaubt, sondern weil ich ihr leid tue, ohne Rucksack in der falschen Stadt zu stecken. AUch gut, ich hätte mir wahrscheinlich an ihrer Stelle auch nicht geglaubt.
Die Nacht verbringe ich dann bis 3 Uhr in einer Bar, wo erst eine private Geburtstagsparty stattfindet und danach noch englischer Fussball live gezeigt wird. Als die Bar schließt, setze ich mich vor einen Straßenmusikanten, wo sich dann Steven, ein echter Maori und der Neffe des Musikanten, zu mir gesellt. Steven ist ziemlich gebildet, liebenswert und kennt die halbe Stadt. Er zeigt mich die restliche Nacht etwas in der Stadt rum, wofür ich mich mit Dosenbier erkenntlich zeige, was wir dann an verschiedenen, nicht von Kamera überwachten Orten verköstigen und dabei die sturzbesoffene neuseeländische Jugend auf ihrem Heimweg aus den Bars und Clubs beobachten. Eine skurile Nacht.
Meine Busreise am nächsten Morgen geht dann halbwegs glatt, außer dass der Busfahrer nichts von einer kostenlosen Busreise weiß. Er lässt mich aber einsteigen und klärt das wohl telefonisch. Mein Rucksack wartet dann auch nicht in Dunedin auf mich, sondern wird irgendwo unterwegs eingeladen. Letztlich bin ich aber jetzt wieder komplett in Dunedin



