Streifzüge around the world

Archiv für die Kategorie ‘05 Neuseeland’

Tramperlebnisse

Montag, 16. März 2009

Nach meiner Wanderung im Nelson Lakes Nationalpark muss ich von St. Arnaud irgendwie nach Picton kommen und von dort mit der Fähre auf die Nordinsel. Da kein öffentlicher Bus in St. Arnaud verkehrt und auch der Shuttle Service nicht nach Picton fährt, trampe ich mal wieder.

Da vielleicht alle 10 Minuten mal ein Auto durch den Ort kommt, richte ich mich innerlich schon auf eine lange Wanderung Richtung Picton ein. Nachdem ich ein Pie gegessen und ein kühles Bier getrunken habe, wander ich los. Ich bin noch im Ort, da nähert sich das erste Auto von hinten. Ich halte meinen Daumen raus und das Auto stoppt. Der Fahrer ist ziemlich kräftig, trägt ein Rugby Trikot und ist auf dem Weg nach Nelson, wo er am Nachmittag ein Rugby-Match bestreitet, weshalb er auch etwas in Eile ist.

Da mir Nelson gut gefallen hat und von dort auch günstig nach Picton zu kommen ist, entschließe ich kurzerhand einzusteigen und zurück nach Nelson zu mitzufahren.

Mein Fahrer Murray ist 30 Jahre alt und in den Nelson Lakes aufgewachsen. Er ist gerade erst aus den USA heimgekehrt, wo er zuletzt in Chicago Rugby gespielt hat. Jetzt spielt er wieder für seinen Heimatverein, den Nelson Rugby Football Club und fängt gerade ein Marketing-Studium an.

Er hat eine gut gekühlte Kiste Bier auf dem Rücksitz, aus der ich mich auf der Fahrt bedienen darf. In Nelson setzt er mich an einem Hostel nahe des Rugby-Felds ab. Da ich sowieso ein Rugby-Match in Neuseeland sehen wollte, gucke ich mir Murrays Match am Nachmittag an. Nelson gewinnt mit 24-11 und nach dem Spiel trinken wir im Vereinspub noch ein paar Biere auf den Sieg.

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Travers Sabine Circuit

Samstag, 14. März 2009

Der Travers Sabine Circuit ist ein 80km langer Track im Nelson Lakes Nationalpark, den man in 4 - 7 Tagen wandern kann. Start und Ziel ist der kleine Ort St. Arnaud. Die Wettervorhersage sieht gut aus und ich plane den Track in 5 Tagen zu bewältigen und in meinem Zelt zu übernachten.

Am ersten Tag geht die Wanderung 3 Stunden am See entlang bis zur Lakehead Hut.

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Da es schon spät ist und es in Strömen regnet, beschließe ich, nicht zu zelten, sondern erstmalig in einer Hütte zu übernachten. Obwohl es mit ca. 20 Leuten ziemlich voll ist, ist es auch warm und gemütlich und ich bin froh nicht im Zelt frieren zu müssen.

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Der zweite Tag führt zum großen Teil durch Wald. Es gibt hier lustige kleine Vögel die sich einem furchtlos nähern und sogar auf den Wanderstiefeln rumhüpfen.

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Am Abend fängt es an zu schneien, weshalb ich beschließe auch die zweite Nacht in einer Hütte zu übernachten.

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Der dritte Tag führt über den ca. 1800m hohen noch teilweise schneebedeckten Travers Saddle, was damit der höchste Punkt meiner bisherigen Reise ist. Das Wetter ist toll und die Aussicht fantastisch.

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Oben gibts eine ausgiebige Rast
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Das Wetter bleibt gut und ich kann abends mein Zelt am Sabine River aufschlagen.

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Der Spaß am Zelten wird leider durch die Tausenden Sandfliegen, die einen überfallen sobald man sich irgendwo niederlässt, etwas getrübt und auch der kleine Flammenwerfer hilft gegen die Biester nicht.

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Tag 4 geht wieder großteils durch Wald und ist nicht besonders aufregend. Weil ich keinen guten Platz für mein Zelt finde und die Speargrass Hut sehr gemütlich aussieht, bleibe ich die Nacht wieder in der Hütte.

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Am fünften Tag geht es dann in 2 Stunden zurück zum Parkplatz. Die ca. 10km zurück nach St. Arnaud nimmt mich ein netter Kiwi mit. Im Auto sitzt auch schon ein älteres Paar aus Sachsen, das ich in der letzten Hütte kennengelernt habe.

Nelson

Samstag, 14. März 2009

Da für die komplette Südinsel, bis auf Nelson, für ein paar Tage Regen vorher gesagt wird, ist Nelson mein nächstes Ziel.

Nelson, ganz im Norden der Südinsel, ist eine nette kleine Stadt mit herrlichem Strand und warmem, trockenem Klima.

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Auf einem Hügel hinter dem Hostel liegt das geographische Zenrum Neuseelands.

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Bungee Video

Montag, 09. März 2009

Hier noch als Nachtrag das Video von meinem Bungeesprung:

Franz Josef Glacier

Sonntag, 08. März 2009

Von Wanaka geht es weiter Richtung Westküste zum Franz Josef Glacier, was ein riesiger Gletscher ist, der sich durch Regenwald bis fast runter auf Meereshöhe zieht.

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Am Anreisetag mach ich eine Wanderung zur Gletscherspitze. Den Großteil der Touristen schüttele ich unterwegs an verschiedenen Aussichtsstellen ab, wo Schilder empfehlen nicht weiterzugehen. Vorn am Gletscher angekommen, hab ich ihn dann fast für mich allein.

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Nach einem Regentag, an dem ich mir fast die gesamte Video- und DVD-Sammlung des Hostels anschaue, mache ich eine Tageswanderung auf den Alex Knob. Die Wanderung führt durch wunderschönen einsamen Regenwald.

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Oben angekommen, verziehen sich die Wolken sogar für eine Weile und ich habe eine tolle Aussicht auf Küste und Gletscher.

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Noch eine Anekdote am Rande: Im Hostel lerne ich Erik kennen, der ein paar Tage vorher von einem Kiwi das Jagen erlernt hat. Nach zwei Tagen im Wald ohne Wildsichtung, haben sie dann wilde Ziegen geschossen, was dazu geführt hat, dass Erik jetzt zusammen mit 4kg Ziegenfleisch reist und es im Hostel zubereitet. Ich darf auch mal kosten und bis auf dass es ziemlich zäh ist, schmeckt es wirklich gut.

Wanaka

Freitag, 06. März 2009

In Wanaka habe ich zur Abwechslung mal drei Tage tolles Wetter.

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Einen Tag leih ich mir ein Mountainbike aus und erkunde die Gegend rund um den Lake Wanaka ausnahmsweise mal auf Rädern. Die Landschaft ist großartig. Da ich aber über drei Monate nicht auf einem Fahrrad gesessen hab, tut es nach einer Weile ganz schön weh. Unterwegs komme ich an einer Filmcrew vorbei, die anscheinend gerade einen VW Werbespot gedreht hat. Ein anderer Deutscher, der da auch vorbeigekommen ist, hat wohl einen Passat mit Wolfsburger Kennzeichen gesehen.

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Catlins Coast

Dienstag, 03. März 2009

Zwischen den beiden größeren Städten Dunedin und Invercargill liegen die Catlins, eine wunderschöne hügelige Landschaft mit einsamen Stränden und einer imposanten Tierwelt.

Da der einzige Bus, der durch die Catlins kommt schon Tage im voraus ausgebucht ist, entschließe ich die Gegend wandernd und trampend zu erkunden. Bis Balclutha komme ich noch mit Bus. Endziel ist Invercargill.

Mein erstes Ziel ist Surat Bay, wohin ich von einer netten eingewanderten Engländerin mitgenommen werde. Sie lässt mich unterwegs sogar noch am Supermarkt raus, damit ich Verpflegung einkaufen kann. Ich übernachte in der sehr gemütlichen Surat Bay Lodge direkt am Strand. Aus dem Fenster sieht man schon den ersten Seelöwen, wovon es noch einige mehr in Surat Bay gibt.

Eine herrliche Küstenwanderung führt von Surat Bay nach Cannibal Bay und man muss echt aufpassen, dass man nicht über Seelöwen stolpert, die alle faul im Sand rumliegen.

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Nächstes Ziel ist das ca. 30km entfernte Papatowai. Bis nach Owaka nimmt mich die Lodge-Besitzerin mit. Weil Wetter und Landschaft herrlich sind, beschließe ich, so lang wie ich Lust habe, Richtung Papatowai zu laufen.

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Ungefähr auf halber Strecke gabelt mich dann die Besitzerin vom Hilltop Backpackers auf, mit der ich schon telefoniert habe um meine nächste Übernachtung zu buchen. Auch sie fährt mich noch am Supermarkt vorbei. Ihre Unterkunft liegt auf einem kleinen Hügel, bietet einen herrlichen Ausblick und ist absolut gemütlich.

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Sehr unterhaltsam ist die Lost Gypsy Gallery in Papatowai. Aus alten Elektrogeräten und anderen Materialien hat ein sehr kreativer Kiwi hunderte von interaktiven kleinen und großen Maschinen gebastelt, an denen man rumspielen kann. Es ist die wahre Freude. Am Ende meines Besuchs meint der Besitzer, es war noch nie jemand so lang in der Ausstellung wie ich. Ich glaube, das zeigt wie entspannt meine Reise hier ist.

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Der Catlins Top Track ist eine Wanderung, die man in ein oder zwei Tagen machen kann. Übernachten kann man in einem alten Bus auf halber Strecke mit toller Aussicht auf die Bucht. Zusammen mit Lisa aus Bayern wandere ich die 22km an einem Tag. Die Wanderung ist sehr abwechlungsreich und führt über Strände, dichte Wälder und saftige Wiesen.

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Von Papatowai geht es wandernd und trampend weiter nach Invercargill. Zuerst nehmen mich zwei junge Israelis ein paar Kilometer mit. An einem Campingplatz esse ich Mittag. Es sind immer noch über hundert Kilometer nach Invercargill als wieder zwei junge Israelis anhalten und mich an mein Ziel bringen.

Dunedin und die steilste Straße der Welt

Montag, 23. Februar 2009

In Dunedin und Rest-Neuseeland ist es im Moment kalt und verregnet und man kann nicht wirklich viel draußen unternehmen.

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Dunedin hat jedoch eine Attraktion, die ich mir trotz Regen angucken muss: die Baldwin Street, die steilste Straße der Welt. Das Hochlaufen bringt mich tatsächlich ganz schön aus der Puste.

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Bus nach Dunedin

Sonntag, 22. Februar 2009

Mein nächstes Ziel ist Dunedin im Südosten von Neuseeland. Mein Busunternehmnen des Vertrauens ist Atomic Bus Shuttle. Wie gehabt checke ich beim Fahrer ein, verstaue meinen Rucksack im Gepäckraum des Busses und mach es mir im Bus mit einem Buch gemütlich. Nach einer Weile Fahrt tausche ich Buch gegen MP3-Player und mach ein Nickerchen.

Irgendwann halten wir das erste mal in Cromwell und es steigen ein paar Leute zu. Ich nutze die Gelegenheit um aufs Klo zu rennen. Wieder im Bus geht die Fahrt weiter. Ich verfolge die Orte durch die wir fahren auf der Karte und denke mir, der Bus macht aber einen ziemlichen Bogen um nach Dunedin zu kommen. Mein komisches Gefühl wird bestätigt, als nach einiger Zeit der Busfahrer fragt, ob ein Peter Ulrich an Bord ist und mir mitteilt, dass dieser Bus nach Christchurch fährt und mein Rucksack in Cromwell in einen anderen Bus, der nach Dunedin, verladen wurde. Wär ja schön gewesen vor Abfahrt zu wissen, dass ich den Bus wechseln muss. Der Busfahrer lamentiert, dass er ja bei Ankunft in Cromwell dreimal darauf hingewiesen hätte. Wenn man aber mit Musik im Ohr ein Nickerchen macht, bekommt man davon leider nicht soviel mit.

Halb so wild denke ich mir, es ist Samstag und eine gute Gelgenheit, eine Nacht in Christchurch durchzumachen.

Der Fahrer bucht mich für den nächsten Morgen auf einen Bus von Christchurch nach Dunedin, wo ich dann meinen Rucksack wieder sehe und eröffnet mir, dass ich die Fahrt aber bezahlen muss. Weil ich denke, dass das Missgeschick nicht mein Fehler ist, finde ich das nicht besonders entgegenkommend. Aber mit dem Busfahrer rumdiskutiern bringt eh nichts, also rufe ich von Christchurch beim Busunternehmen an, schildere den Vorgang und sag, dass ich nicht einshe die Fahrt nach Dunedin zu bezahlen. Die Dame telefoniert dann parallel mit dem Busfahrer, der ihr irgendeine Lügengeschichte auftischt, dass er mehrere Male vor der Fahrt und während der Fahrt aufs Umsteigen hingewiesen hätte. Ich sage ihr dann, dass das nicht stimmt. Das ganze geht dann mehrere Male hin und her. Am Ende bekomme ich dann die Fahrt kostenlos, aber nicht weil sie mir glaubt, sondern weil ich ihr leid tue, ohne Rucksack in der falschen Stadt zu stecken. AUch gut, ich hätte mir wahrscheinlich an ihrer Stelle auch nicht geglaubt.

Die Nacht verbringe ich dann bis 3 Uhr in einer Bar, wo erst eine private Geburtstagsparty stattfindet und danach noch englischer Fussball live gezeigt wird. Als die Bar schließt, setze ich mich vor einen Straßenmusikanten, wo sich dann Steven, ein echter Maori und der Neffe des Musikanten, zu mir gesellt. Steven ist ziemlich gebildet, liebenswert und kennt die halbe Stadt. Er zeigt mich die restliche Nacht etwas in der Stadt rum, wofür ich mich mit Dosenbier erkenntlich zeige, was wir dann an verschiedenen, nicht von Kamera überwachten Orten verköstigen und dabei die sturzbesoffene neuseeländische Jugend auf ihrem Heimweg aus den Bars und Clubs beobachten. Eine skurile Nacht.

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Meine Busreise am nächsten Morgen geht dann halbwegs glatt, außer dass der Busfahrer nichts von einer kostenlosen Busreise weiß. Er lässt mich aber einsteigen und klärt das wohl telefonisch. Mein Rucksack wartet dann auch nicht in Dunedin auf mich, sondern wird irgendwo unterwegs eingeladen. Letztlich bin ich aber jetzt wieder komplett in Dunedin

I did it

Donnerstag, 19. Februar 2009

Nach den vielen anstrengenden Wandertagen belohne ich mich mit einem Bungeesprung von der 43 Meter hohen Kawarau Bridge, wo das Bungeespringen quasi erfunden wurde. Das Gefühl ist fantastisch und unbeschreiblich, deshalb versuch ich es erst gar nicht und lass die Bilder sprechen.

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Es gibt auch ein Video, was ich aber erstmal irgendwie rippen muss.